neue Kirche seit 1959
St. Sebastian
Kirchenpatron

Der Legende nach war Sebastian Befehlshaber der Prätorianischen Leibwache des Kaisers in Rom. So konnte er vielen seiner gefangenen Mitchristen helfen und beistehen.

Zur Zeit der letzten großen Christenverfolgungen unter Kaiser Diokletian zum Ende des dritten Jahrhunderts wurde er jedoch selbst wegen seines Glaubens angeklagt. Der Kaiser verurteilte ihn zum Tod durch Beschuss mit Pfeilen. So banden die Soldaten Sebastian an einen Baum und vollstreckten das Urteil sodann mit Pfeil und Bogen. Diese Szene wird auf den meisten Sebastians-Bildnissen dargestellt.

Mitchristen banden Sebastian vom Baum und stellten ob seiner zahlreichen Verletzungen erstaunt fest, dass er noch lebte. So pflegten sie ihn innerhalb weniger Tage wieder ganz gesund. Den Rat, zu fliehen lehnte er ab. Furchtlos stellte er sich nach verrichtetem Gebet nun dem Kaiser auf offenem Platz in den Weg und stellte ihn wegen der Christenverfolgungen zur Rede. Diokletian aber lies sich davon nur wenig beeindrucken und befahl seinen Schergen, Sebastian zu Tode zu prügeln.
Die römischen Christen verbrachten seine Leiche zu den Katakomben und begruben ihn neben den Aposteln.
St.Sebastian-Figur in unserer Kirche
Papst Damasus erbaute 367 an dieser Stelle eine der sieben Hauptkirchen Roms, die heutige Kirche San Sebastiano. Seit dem Jahr 354 wird das Fest des hl. Märtyrers Sebastian am 20. Januar gefeiert. Ab 680 wird er als Schutzheiliger gegen die Pest und dem jähen Tod angefleht.

Papst Stephan VIII. (929-931) gab dem Augustierprobst Hunfried im Jahr 931 die Hirnschale des Heiligen als Reliquie für den Kirchen- und Klosterneubau nach Ebersberg mit. Aufgrund der Stellung Sebastians als Patron gegen die Pest war das Kloster Ebersberg bis zur Entdeckung des Andechser Reliquienschatzes 1388 der bedeutendste Wallfahrtsort Oberbayerns.

Abt Eckhard (1446-1472) gab wohl den Auftrag, die Silberbüste für die Hirnschale des Hl. Sebastian anzufertigen, die heute zu den besten spätmittelalterlichen Silberschmiedearbeiten Bayerns zu zählen ist.

Die Echtheit der Hirnschale bezeugen die Päpste Pius XI. (1458-64) und Clemens VIII. (1592.1605). Außerdem passt, wie 1928 festgestellt, die Hirnschale mit der übrigen Kopfreliquie in Rom genau zusammen.

Früher war es Brauch, den Wallfahrern aus der Hirnschale geweihten Wein zu trinken zu geben. Später bis etwa 1920 trank man diesen Wein mit silbernen Röhrchen aus dem Sebastianskelch. Bis heute können Wallfahrer in der Sakristei kleine, zinnerne Sebastianspfeile erwerben.

http://www.heiligenlexikon.de/index.htm?BiographienS/Sebastian.htm