Geschichte der Kuratie

Breitenbrunn


Der Name Breitenbrunn kommt von "Breiter Bach" (Brunn).

Um 1250 ist Breitenbrunn erstmals urkundlich bezeugt und zwar in der sogenannten Mainzer Heberolle. In der Stauferzeit, etwa um 1200, gehörte der Ort Breitenbrunn dem Schenken zu Klingenberg. Die Vorgänger der Reichsschenken zu Klingenberg waren vermutlich die Adelsfamilien, zu der jener Timo von Bratselde (heute Prozelten Stadt/Dorf) gehörte, der 1127 als Vogt der Stiftsproptei Aschaffenburg erscheint. Diese Vorgänger haben wahrscheinlich im 11./12. Jahrhundert die Orte Breitenbrunn, Altenbuch, Neuenbuch und Stadtprozelten gegründet.



Die Anfänge der Kuratie


  Die Menschen im Maintal wurden von der Urpfarrei Bürgstadt seelsorgerisch betreut. Schon vor 1214 wurde Dorfprozelten eigene Pfarrei mit den Filialen Stadtprozelten und Altenbuch. Stadtprozelten trennte sich 1323 von Dorfprozelten. Filiale war Neuenbuch. Fechenbach trennte sich 1311 von Bürgstadt und erhielt um 1549 Reistenhausen zugeteilt, weil Freudenberg, zu dem es vorher gehört hatte, evangelisch geworden war.  Mondfeld war 1343 eigene Pfarrei geworden und schon 1483 waren Breitenbrunn und Faulbach rechts des Baches seine Filialen. Um 1600 verlor Mondfeld seine Pfarrechte. Stadtprozelten übernahm die Betreuung. Altenbuch trennte sich 1810 von Dorfprozelten und erhielt die Rechte einer eigenen Pfarrei. Faulbach rechts und links des Baches wurde, wie schon gesagt, 1656 eine Pfarrei und dem Bistum Mainz zugeschlagen. Breitenbrunn war nach seiner Zugehörigkeit zu Mondfeld seit 1618 Filiale von Stadtprozelten. Erst 1916 erfolgte die Ernennung zur Kuratie.
  Am 3. Juni 1814 kam das gesamte Gebiet nördlich des Mains zu Bayern und 1821 zum Bistum Würzburg.
Anno 1916 ist Breitenbrunn selbstständige Kaplanei geworden. Den Grundstock dazu hat H.H. Pfarrer Geyer von Mosbach (geboren in Breitenbrunn) gelegt durch Testament vom 22. Juli 1843; er hat 1.000 Gulden gestiftet. Es hat viel Kampf gekostet bis zur Errichtung der Stelle. Der Pfarrer Georg Scheurig aus Stadtprozelten wollte den Kaplan in Stadtprozelten haben.
  Aber die Kirchenverwaltung Breitenbrunn legte den Sinn des genannten Testamentes dahin aus, dass der Kaplan auch in Breitenbrunn wohnen sollte. Besonderes Verdienst erwarb sich Kirchenpfleger Hermann Hörnig.
  Kaplaneihaus wurde das alte Schulhaus, welches vom Bezirksamt Marktheidenfeld erst nach langem Kampfe freigegeben wurde; das Bezirksamt wollte eine 2. Schule errichten; aber man hat nachgewiesen, dass die Zahl der Kinder auf lange Zeit nicht größer werden konnte. Endlich gab es dann seine Genehmigung. Der erste Kaplan (Josef Kern) hielt am 25. Mai 1916 seinen Einzug.

Quelle = Breitenbrunn -- ein fränkisches Dorf am Rande des Spessarts
               von Josef Weiß und Willibald Löber